Pollenallergie natürlich behandeln

31.03.2021 10:00

Die Pollenallergie gehört zu den am weitesten verbreiteten Allergien. In Deutschland reagiert sogar etwa jeder Vierte allergisch auf Pollen. Mittlerweile nehmen zusätzlich auch allergische Beschwerden von Kindern und Personen im hohen Alter zu, während vor einigen Jahren noch die meisten Pollenallergiker zwischen 20 und 50 Jahre alt waren. Die Symptome sind lästig und können Betroffene stark einschränken. Deshalb werden Sie in diesem Ratgeber über alle wichtigen Informationen rund um das Thema Pollenallergie aufgeklärt und können mögliche natürliche Behandlungsmaßnahmen, die allergische Symptome linder, nachlesen.

Pollenallergie

Eine Pollenallergie wird meist bereits im Kindesalter ausgelöst. Betroffene leiden häufig ein Leben lang unter den Symptomen. Aber auch Erwachsene können noch eine Allergie gegen Pollen entwickeln. Der Name setzt sich aus den griechischen Begriffen „allos“ – anders und „ergon“ – Reaktion zusammen. Daraus folgt, dass bei einer Allergie das Immunsystem nicht normal reagiert, sondern anders als sonst. Es entsteht eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers.

Die Beschwerden werden dabei durch Blütenstaub von Gräsern, Bäumen, Sträuchern und anderen Pflanzen ausgelöst, wobei meistens schon geringe Mengen ausreichen, sodass Beschwerden auftreten. Oftmals sind Betroffene nicht ausschließlich gegen nur eine Art von Pollen allergisch, sondern häufig gegen mehrere gleichzeitig. Zusätzlich können auch Kreuzallergien entstehen (lesen Sie dazu später mehr).

Entstehung

Und wie entsteht eine Allergie? Wenn Pollen zum ersten Mal an unsere Schleimhäute gelangen kann es sein, dass das Immunsystem die Eiweiße der Pollen als Angreifer wahrnimmt. Während der Sensibilisierungsphase merkt es sich das Allergen. Beim nächsten Kontakt mit den Pollen identifiziert das Immunsystem diese schließlich erneut als Bedrohung und bekämpft sie. Während dieses Vorgangs wird Histamin freigesetzt, welches an den betroffenen Stellen Symptome einer Allergie wie Juckreiz, Schwellungen usw. auslöst.

Pollenflug

Durch den Wind werden die winzigen Pollen der Pflanzen in der Umgebung verteilt. Dabei können sie viele Kilometer weit getrieben werden. Generell fliegen Pollen etwa von Februar bis November. Jedoch kann dieser Zeitraum von Jahr zu Jahr bedingt durch Wetter, Klima und Gebiet variieren. Beispielsweise ist festzuhalten, dass mittlerweile die Pollen 20 Tage früher beginnen zu fliegen als noch vor 20 Jahren. Zu erklären ist dies höchstwahrscheinlich mit dem milderen Klima und den damit verbundenen milderen Wintern, die sich über die Zeit entwickelt haben.

Für Allergiker ist ein Pollenkalender ein nützliches Hilfsmittel. Dort sind die verschiedenen Flugzeiträume unterschiedlicher Pollenarten aufgeführt, sodass man sich daran orientieren kann, zu welcher Zeit Allergiesymptome wahrscheinlicher sind.

Symptome

Wenn die Pollen in Kontakt mit den Schleimhäuten der Augen oder der Nase kommen, führt dies bei Allergikern zu einer Autoimmunreaktion. Dabei können folgende Symptome auftreten:

  • Rötung, Tränen und Jucken der Augen (Bindehautentzündung)

  • Niesreiz

  • Anschwellen der Nasenschleimhäute, verstopfte Nase, laufende Nase (Fließschnupfen)

  • Hautreaktionen

  • Kratzen im Hals

  • Gelegentlich Husten (kann sich mit der Zeit zum allergischen Asthma entwickeln

  • Gelegentlich Kopfschmerzen, Schlafstörungen, eingeschränkte Leistungsfähigkeit infolge z.B. von Schleimansammlung in den Nebenhöhlen

Auswirkungen auf den Alltag

Die Auswirkungen einer Pollenallergie auf den Alltag können sehr stark einschränken und zu einem enormen Belastungsfaktor werden. Das Problem dabei ist, dass sich der Kontakt mit den Pollen nur schwer vermeiden lässt. Vor allem die schönen Frühlings- und Sommermonate können Betroffene nicht wirklich genießen. Die Beschwerden lösen bewusst und auch unterbewusst viel Stress aus und mindern die Schlafqualität, das Konzentrationsvermögen und so auch die Lebensqualität. Das kann schließlich zu anhaltender Müdigkeit und Gereiztheit führen und auch psychisch stark beeinträchtigen.

Ursachen

Eine genaue Ursache, weshalb es zu Pollenallergien kommt, ist noch nicht vollständig geklärt und wird weiterhin stark diskutiert. Wahrscheinlich liegt der Grund in einer Mischung aus Faktoren, die genetisch und umweltbedingt sind.

In den letzten Jahren sind die Hygienestandards deutlich strenger geworden und unser Immunsystem ist nicht mehr so vielen Bakterien, Viren usw. ausgesetzt wie zuvor. Dadurch kommt es dazu, dass das Immunsystem unterfordert sein kann, weshalb es zu Überreaktionen gegenüber eigentlich ungefährlichen Stoffen kommen kann.

Zusätzlich kommt es vor allem durch die Urbanisierung vieler Lebensräume zu einer geringeren Ausbreitungsfläche für die Natur und Pflanzen und eine deutlich Zunahme der Schadstoffbelastung in der Luft. Dies führt zu Veränderungen der Pflanzen und kann auch eine vermehrte Bildung von aggressiveren Eiweißen der Pollen dieser herbeiführen. Denn die Pflanzen versuchen durch eine stärkere Freisetzung von Pollen ihr Überleben zu generieren.

Diagnose

Treten allergische Symptome bei Ihnen zu ersten Mal auf ist es ratsam einen Termin beim Hausarzt zu vereinbaren. Dieser führt in den meisten Fällen nach einer Anamnese einen Pricktest durch. Dabei werden allergenhaltige Flüssigkeiten auf dem Arm verteilt und mit einem Nadelstich in die Haut gelassen. Nach einigen Minuten zeigt sich bei einer Allergie dann schon eine allergische Reaktion bei den entsprechenden Allergenen. Zusätzlich kann auch ein Bluttest hilfreich sein. Bei diesem kann ein erhöhter IgE Wert auf eine Allergie hindeuten.

Kreuzallergie

Eine Kreuzallergie liegt dann vor, wenn bei Pollenallergikern auch allergische Reaktionen nach dem Verzehr von verschiedenen Lebensmitteln auftreten. Grund dafür sind die Eiweiße, die in Pollen und manchen pflanzlichen Lebensmitteln ähnlich stark sind. Das menschliche Immunsystem kann diese Eiweißmoleküle aus der Nahrung schnell mit denen der Pollen verwechseln, weshalb eine allergische Reaktion ausgelöst wird. In diesem Falle hat der Körper die beiden unterschiedlichen Eiweiße also nicht unterscheiden können. Zum Beispiel reagieren von Frühblühern betroffene Allergiker auch oft gleichzeitig auf Nüsse, Äpfel, Karotten oder Sellerie.

Hausmittel

Neben Antihistaminika oder einer Desensibilisierung können auch natürliche Hausmittel gegen allergische Beschwerden helfen. Besonders Öle haben sich als Heilmittel gegen Pollenallergien bewährt. Dabei können sie vermengt mit Wasser inhaliert werden oder einem heißen Bad hinzugefügt werden.

Schwarzkümmelöl

Schwarzkümmelöl ist ein geschätztes Gewürz, welches in der westlichen Welt noch recht unbekannt ist. Schon mehr als 2000 Jahre wird es zu Verfeinerung von Speisen aber auch als Heilmittel verwendet. Seine Inhaltsstoffe haben viele positive Eigenschaften für den Körper. Es enthält eine große Menge an ungesättigten Fettsäuren, darunter Omega-3-, Omega-6-, und Omega-9-Säuren. Auch ätherische Öle für die Befreiung der Atemwege und Nigellon, welches gegen Asthma-Anfälle hilft, sind enthalten. Die Gamma-Linolsäure, welche Teil des Schwarzkümmelöls ist hilft zusätzlich bei der Regulierung des Immunsystems und kann somit allergische Überreaktionen lindern und neutralisieren. Durch diese Eigenschaften bietet sich das Schwarzkümmelöl als sehr gute pflanzliche Alternative bei allergiebedingten Beschwerden an.1

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Apfelessig

Apfelessig ist ein wahrer Alleskönner und auch hilfreich bei allergiebedingten Beschwerden. Er verfügt eine entzündungshemmende Wirkung und lindert Symptome wie juckende Augen oder Nase, bzw. Halskratzen. Bei stärkeren Symptomen empfiehlt es sich ihn bis zu dreimal täglich verdünnt mit Wasser zu sich zu nehmen. Wem der leicht säuerliche Geschmack nicht gefällt, kann gegebenenfalls einen Löffeln Honig hinzugeben. Dieser hat außerdem gleichzeitig noch den Vorteil, dass sich der Körper an die im Honig enthaltenen Pollen gewöhnen kann. Somit verfügt er bei regelmäßigem Verzehr über eine ähnliche Wirkung wie eine Desensibilisierung.


Quercetin

Quercetin ist ein Polyphenole und Flavonoid und besonders häufig im Pflanzenreich vertreten, wo er die Pflanzen vor UV-Strahlen, Fraßfeinden, Viren, Pilzen und Bakterien schützt.2 Als sekundärer Pflanzenstoff stellt es einen wichtigen Bestandteil der menschlichen Ernährung dar und gilt als einer der stärksten Antioxidantien. Da es allerdings nicht selbst gebildet werden kann, muss Quercetin durch die Nahrung aufgenommen werden. Im Zusammenhang mit Allergien zeigt Quercetin eine große Wirkung, da es den Histamin-Rezeptor hemmt. Die Höhe der Histamin Werte hat Einfluss auf die schwere der Allergiesymptome.3



Verreisen/Urlaub

Ein weiterer Tipp ist, wenn Ihnen die Möglichkeit besteht, in der Pollenhochsaison zu verreisen. Am besten eignen sich dabei Reisen ans Wasser oder in die Berge. Am Wasser hilft die salzige Seeluft und der Wind, welcher die Atemwege durchbläst, in den Bergen ist die Pollendichte in der Luft durch die Hochlage deutlich geringer. Das hilft dabei zu entspannen und nicht ständig den lästigen Symptomen ausgesetzt zu sein.4

Hygiene

Es empfiehlt sich abends durch eine Dusche oder ein heißes Bad die Pollen von Haut und Haaren abzuwaschen, sodass sie ihren Körper vorrübergehend von den Pollen befreien und eine symptomfreie Nacht haben. Wichtig ist dabei auch, dass Sie nach dem Duschen unbedingt frische Kleidung anziehen sollten, damit sie nicht nochmal mit Pollen, die auf der Kleidung heften geblieben sind, in Kontakt kommen können.

(Tipp: Bei einem Bad können Sie zusätzlich eines der zuvor beschriebenen Öle hinzufügen, um eine weitere lindernde Maßnahme gegen Allergiebeschwerden zu integrieren.)

Fazit

Pollenallergien sind die am weitesten verbreiteten Allergien. Immer mehr Menschen vor allem in Industrieländern leiden unter den Symptomen. Die Gründe dafür liegen höchstwahrscheinlich im immer wärmer werdenden Klima und den zunehmenden Umweltbelastungen, die die Pollen der Pflanzen aggressiver werden lassen.5

Symptome sind lästig und können den Alltag sehr einschränken. Da die Zeit des Pollenfluges einen großen Teil des Jahres einnimmt, sollten Sie deshalb Dinge unternehmen, die die Symptome lindern und neutralisieren.

Neben Antihistaminika gibt es auch eine Zahl von natürlichen Möglichkeiten gegen die Pollenallergie anzukämpfen. Besonders gut eignet sich Schwarzkümmelöl, welches die Symptome einer allergischen Reaktion pflanzlich behandelt.

Zusätzlich helfen können auch

  • Abends duschen/Baden

  • Verschiedene Öle (Pfefferminz, Eukalyptus etc.)

  • Berg- und Seeluft

  • Apfelessig

Wichtig: Dieser Ratgeber dient lediglich als reine Informationsquelle. Ziehen Sie bei akuten Problemen immer Ihren Arzt zu Rate. Verändern Sie unter keinen Umständen selbständig die Dosis Ihrer Medikamente oder setzten sie diese ab.

Quellen

  1. Chrubasik-Hausmann, P. D. (kein Datum). Schwarzkümmel. Freiburg.

  2. Salehi B., Machin L., Monzote L. et al. (2020) Therapeutisches Potenzial von Quercetin: Neue Erkenntnisse und Perspektiven für die menschliche Gesundheit. ACS Omega. 

  3. Anand David, AV, Arulmoli, R. & Parasuraman, S. (2016). Übersichten über die biologische Bedeutung von Quercetin: Ein bioaktives Flavonoid. Pharmacognosy reviews.

  4. DAK Gesundheit. (2013). Frühlingslust statt Pollenfrust. fit! .

  5. Dürr, C., Heimgartner, S., Gehrig, R., Caversaccio, M., & Helbling, A. (2008). Pollenallgergie; Klinische Aspekte. Teil 1. Schweiz Med Forum.